Keine demokratischen Wahlen

Keine demokratischen Wahlen

 

Im frühen Utah wurde das Mormonenvolk belehrt, nur eine Richtung zu wählen. John Taylor, der der dritte Präsident der Mormonenkirche wurde, machte folgende Aussagen:

 

„In politischen Angelegenheiten sind wir ziemlich eins. Bei unseren Wahlen WÄHLEN WIR IM ALLGEMEINEN ALS EINE EINHEIT.“ (Journal of Discourses, Bd. 11, Seite 355)

 

„Einige Leute sagen: ‚Ihr Leute wählt immer gemeinsam’; wir wären ARME TÖLPEL, WENN WIR DAS NICHT TÄTEN, UND GENAUSO SCHLECHT WIE DER REST VON EUCH. Einige Leute hier führten vor kurzem eine politische Operation durch und versuchten zu erfahren, wie es wäre, einen gegen den anderen kandidieren zu lassen; aber es funktionierte nicht gut und sie mussten es aufgeben.“ (Ebenda, Bd. 15, Seite 219)

 

Brigham Young war sehr gegen demokratische Wahlen. Folgende Aussagen sind seinen Ansprachen entnommen:

 

„Dies ist die Pflanze oder der Baum, von dem Kirchenspaltung entspringt; und jede Regierung legt die Grundlage für ihren eigenen Niedergang, wenn sie das erlaubt, was man DEMOKRATISCHE WAHLEN nennt. Wenn ein Parteiengeist entwickelt wird, folgt der Bildung einer Partei schnell eine andere; und vielmehr noch, genau in dem Augenblick, in dem wir dies zulassen, lassen wir die Existenz von Irrtum und Korruption irgendwo zu.“ (Journal of Discourses, Bd. 14, Seite 93)

 

„Dies ist ein Einwand, den Außenseiter gegen die Heiligen der Letzten Tage haben: Sie alle gehen hin und wählen eine Richtung. IST ES NICHT RECHT, SO ZU HANDELN? Lassen Sie uns darüber nachdenken. Nehmen wir einmal an, dass wir tatsächlich alle eine Richtung wählen oder einen Mann als Abgeordneten für den Kongress, und hätten keinen Gegenkandidaten und nur den besten, den es gibt, ist das NICHT BESSER als eine Opposition zu haben? Was bringt eine Opposition? Es bringt sicher Ärger und Streit; und welchen Nutzen hätte dies? Es dient keinem guten Zweck. Also lassen Sie uns ALLE EINE RICHTUNG WÄHLEN und in eine Richtung denken und handeln und die Gebote Gottes halten…“ (Journal of Discourses, Bd. 13, Seite 219)

 

„Wenn wir eine Religion sehen und eine, von der behauptet wird, dass sie die Religion Christi ist und NICHT MENSCHEN IN IHRER POLITIK REGIERT, DANN IST SIE EINE SEHR ARMSELIGE RELIGION, sie ist sehr schwach, sehr undeutlich in Bezug auf ihre Auswirkungen, im Leben einer Person kaum wahrnehmbar.“ (Ebenda, Bd. 14, Seite 159)

 

Stanley S. Ivins liefert folgende interessante Information:

 

„Unter diesem göttlich gelenkten System könnte es wenig Bedarf für solche demokratischen Prozeduren geben, wie politische Parteien und wetteifernde Wahlen…

Die ersten zwanzig Jahre basierte die politische Aktivität in Utah auf theokratischer Philosophie. Es wurden Wahlen durchgeführt, aber sie hatten wenig Bedeutung. Eine einzige Liste von richtig ausgewählten Kandidaten, die durch die Schritte des Wählens für sie gingen, wurde dem Volk vorgelegt. Es gab kein Gesetz gegen das Wählen eines anderen, aber die Wahl war NICHT GEHEIM, so dass jeder, der nicht richtig wählte, leicht identifiziert werden und als Abtrünniger gebrandmarkt werden konnte. Und da Abtrünnigkeit fast die größte Sünde war, wollten sehr wenige dessen beschuldigt werden… Die Kirchenpublikation ‚The Millennial Star’, die erklärt, wie Dinge in Utah gehandhabt werden, sagte, dass, wenn es Unstimmigkeiten bei einer Versammlung geben sollte, die Nominierungen vornimmt, ‚der Prophet Gottes, der an der Spitze der Kirche steht, entscheidet. Er nominiert, die Versammlung nimmt sie an, und das Volk akzeptiert die Nominierung’. Sie fügte hinzu, dass es in der Gesetzgebenden Körperschaft des Territoriums freie Rede gibt; ‚aber jede Maßnahme, über die nicht einstimmig entschieden werden kann, wird dem Präsidenten der Kirche vorgebracht, der  durch die Weisheit Gottes die Angelegenheit entscheidet, und alle Ratgeber und Gesetzgeber billigen die Entscheidung’. (M. S., Bd. 29, S. 746)

Eine Überprüfung der offiziellen Berichte von 18 jährlichen Wahlen in Utah, beginnend mit 1852, zeigten, dass es wenig Unzufriedenheit mit den genehmigten Kandidaten gab. Die Wahl von 1867 war die einzige, die nicht einstimmig war, denn es gab 1857 nur eine abweichende Stimme, 1853 vier, 1864 sechs, 1852 zwölf und 1860 vierzehn. Die größte Anzahl von Gegenstimmen gab es 1869 mit 702, von denen 622 aus der Nichtmormonenstadt Corinne kamen… Die nächstgrößte war 619 im Jahr 1866… Von den 96.107 Stimmen, die abgegeben wurden, gingen 96 Prozent an die regulären Kandidaten. Und wenn man die bekannten nichtmormonischen Stimmen abzieht, kommt man auf einen Prozentsatz von 97,4.“ (The Moses Thatcher Case, von Stanley S. Ivins, Seite 2-3)

 

In seiner History of  Utah, Seite 483 gibt Hubert Howe Bancroft folgende Information: „Durch ein Gesetz, das am 3. Januar 1853 gebilligt wurde, ist angeordnet worden, dass allgemeine Wahlen jährlich durchgeführt werden sollten… in Abschnitt 5 dieses Gesetzes wurde von jedem Wähler verlangt, dass er sich mit einem Stimmzettel versorgte, der die Namen der Personen enthielt, die er gewählt haben wollte… und ihn gefaltet dem Richter der Wahl übergab, der ihn nummerieren und aufbewahren musste… der Sekretär schrieb dann den Namen des Wählers neben der Nummer des Wahlzettels auf. Diese Maßnahme, die EIGENTLICH DIE GEHEIME WAHL ABSCHAFFTE, gab den Antimormonen viel Grund zur Klage.“

R. N. Baskin machte folgende Aussage in Bezug auf diese Angelegenheit: „Es war ebenso erwiesen, dass unter dem bestehenden Wahlgesetz die Liberale Partei nicht ihre Kandidatenliste wählen konnte, nachdem sie eine Mehrheit erlangt hatte. Eine Anzahl liberaler Mormonen, besonders unter den jüngeren Mitgliedern, drückte von Zeit zu Zeit mir gegenüber den Wunsch aus, die liberale Kandidatenliste zu wählen, aber sie unterließen es, weil ihre gekennzeichneten Stimmabgaben die Tatsache enthüllen und sie der Züchtigung oder Vertreibung durch die Mormonenkirche aussetzen und ihrem Geschäft in einer Weise schaden würden, die sie sich nicht leisten konnten.“ (Reminiscences of Early Utah, Seite 73)

 

Klaus J. Hansen gibt folgende Information: „…Das Nichtvorhandensein geheimer Wahl machte gewiss, dass nur die Widerspenstigsten es wagen würden, sich der offiziellen Kandidatenliste zu widersetzen…

Eine Stimmabgabe entgegen gebilligter Kandidaten wurde ernsthaft missbilligt aber sie war an sich nicht Grund genug für eine disziplinarische Maßnahme. Ohne Kirchenbilligung für ein politisches Amt zu kandidieren, war aber eine viel ernstere Angelegenheit. In der Mormonenkolonie San Bernardino… wurden B. F. Grounard und F. M. Van Leuven die Gemeinschaft entzogen, einfach nur weil sie gegen andere von den Autoritäten nominierte Kirchenmitglieder für ein politisches Amt kandidierten, die zufällig auch Mitglieder des Rates der Fünfzig waren. Ein anderer Fall von eigenwilliger Opposition gegenüber dem politischen Rat der Kirchenführer ereignete sich 1854. Einer der nominierten Kandidaten… Albert P. Rockwood hatte sich das Missfallen einer Gruppe von Wählern zugezogen, die dann einen eigenen Gegenkandidaten nominierten, Stephen H. Hales. John Hyde Jun., einem Mormonen-Abtrünnigen, gemäß erhielt Hales die Mehrheit: ‚Stephen Hales war entsprechend von Brigham geholt worden, der ihm einen ernsten Verweis dafür gab, dass er es wagte, seinen Namen als einen Gegner der ‚Kirchennominierung’ benutzen zu lassen.’ Hales wurde gezwungen zurückzutreten und Rockwood wurde an seine Stelle gesetzt. Die wichtigste Tatsache über dieses Ereignis, die Hales und seinen Unterstützern offensichtlich unbekannt war, war, dass Rockwood zum Rat der Fünfzig gehörte.“ (Quest For Empire, S. 137-138)

 

Auf Seite 40 desselben Buches erklärt Klaus J. Hansen: „Über fünfzig Jahre lang waren Mormonenwahlen nicht mehr als ein ‚Bestätigen’ der offiziellen Kandidaten… Wenn deshalb jemand gegen den offiziellen Kirchenkandidaten war, stellte er die göttliche Billigung in Frage, unter der dieser Kandidat nominiert wurde. Solch ein Mann befand sich deutlich auf dem Weg des Abfalls.“

1853 wurde Dr. Bernhisel im Mormonentabernakel als Abgeordneter im Kongress erwählt. Brigham Young erklärte:

 

„Wenn wir politische Reden zu halten wünschen und es im besten Interesse der Sache und für das Königreich Gottes notwendig ist, sie am Sabbat zu halten, dann tun wir es…

Bruder Kimball hat den Antrag gestellt, dass Doktor Bernhisel als unser Abgeordneter nach Washington geschickt werde. Alle, die dafür sind, mögen ihre rechte Hand heben. (Mehr als zweitausend Hände wurden sofort über den Köpfen der Versammlung sichtbar.)

Dies hat SICH IN EINE WAHLVERSAMMLUNG VERWANDELT. Es ist in Ordnung. Ich würde die Gegenstimmen abfragen, wenn ich dächte, dass jemand die Hand heben würde. Ich werde es aber versuchen. (Keine einzige Hand wurde als Gegenstimme erhoben.)“ (Journal of Discourses, Bd. 1, Seite 188)

 

Einige Jahre später erklärte Brigham Young: „Dr. Bernhisel ist unser Abgeordneter;… wir sagen: ‚Wir wollen ihn ausschicken’, und er wird einstimmig gewählt. Und wenn wir tausend Beamte zu wählen hätten – wenn wir den Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen müssten, so würdet ihr NIE EINE ABWEICHENDE STIMME  sehen.“ (Journal of Discourses, Bd. 5, S. 228) Es ist interessant, dass Dr. Bernhisel ein Mitglied des Rates der Fünfzig war (siehe Quest For Empire, S. 227)

Joseph F. Smith, der der sechste Präsident der Mormonenkirche wurde, machte folgende Aussage: „Wir bewegen uns fast wie ein Mann; wir hören auf die Stimme unserer Führer; wir sind in unserem Glauben und in unseren Werken vereint, OB POLITISCH ODER RELIGIÖS.“ (Journal of Discourses, Bd. 12, S. 328)

Brigham Young scheint kein Verständnis für den Wert des politischen Systems in Amerika zu haben. Er wollte offensichtlich eine Diktatur, in der der „Diktator bis zum Tage seines Todes“ regieren würde. Die folgenden Aussagen werden Youngs Predigten entnommen:

 

„In unserer Regierung wird ein Präsident für vier Jahre gewählt… Wäre es nicht besser, diesen Zeitraum während des Lebens oder des guten Betragens auszudehnen…“ (Journal of Discourses, Bd. 6, Seite 345)

 

„Sollten sie ihn nur für vier Jahre im Amt behalten? Sollten sie eine Klausel in ihrer Verfassung einrichten, dass ein Präsident höchstens nur zwei Amtsperioden ohne einen Urlaub während seiner Dienstzeit dienen soll? Dies ist ein Punkt, den man in der Verfassung der Vereinigten Staaten nicht finden sollte… Wir sollten den besten Mann auswählen, den wir finden könnten, und unsere Gefühle auf ihn konzentrieren und ihn als unseren Präsidenten, DIKTATOR, Gesetzgeber, Kontrolleur und Führer in einer nationalen Eigenschaft und in jeder anderen Eigenschaft unterstützen, in der er ein rechtschaffenes Vorbild ist…

Kann die Verfassung geändert werden? Ja; und wenn wir einen Präsidenten bekommen, der unsere Wünsche beantwortet, den exekutiven Stuhl zu besetzen, so soll ER DORT BIS ZUM TAG SEINES TODES SITZEN UND BETEN, DASS ER SO LANG WIE METHUSALEM LEBEN MÖGE…“ (Journal of Discourses, Bd. 7, S. 11 & 14)

 

Es ist kaum ein Geheimnis, dass Brigham Young der Mann sein wollte, der den „exekutiven Stuhl besetzen wollte… bis zum Tag seines Todes“. Der Leser wird sich erinnern, dass der Historiker Bancroft behauptete, dass Brigham Young sagte, dass  „er SELBST PRÄSIDENT DER VEREINIGTEN STAATEN WERDEN ODER BESTIMMEN WOLLTE, WER PRÄSIDENT SEIN SOLLTE.“ (History of Utah, Seite 505)

 

Die politische Partei der Kirche war als die „People’s Party“ [Volkspartei] bekannt. Dean E. Mann erklärt: „Dir Kirche übte weiterhin dadurch, dass sie durch den Rat der Fünfzig und die People’s Party wirkte, großen Einfluss auf politische Angelegenheiten aus, bis diese Partei 1890 aufgegeben wurde.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1967, S. 45) Klaus J. Hansen sagt, dass „der Vorsitzende des Zentralkomitees der People’s Party, John Sharp, ein Mitglied des Rates der Fünfzig war… William H. Hooper, der für die Mormonen in Washington bis 1872 diente, gehörte zum Rat der Fünfzig; ebenso George Q. Cannon, der Hooper ersetzte und bis 1882 diente, als er seinen Sitz unter dem Edmunds-Gesetz verlor.“ (Quest For Empire, S. 172)

Der Mormonenschreiber J. D. Williams gibt folgende Information: „Die Anerkennung als Staat für Utah wurde aufgeschoben, weil der Kongress überzeugt war, dass die Mormonen zu viele Frauen und zu wenig politische Parteien hätten… die Parteien waren wenig genug, das ist richtig – gerade mal eine… Aber dieses Ein-Parteien-System wurde 1869 herausgefordert, als eine Gruppe von Brigham-Young-Kritikern… aus der Kirche ausgeschlossen wurde und fast auf der Stelle Schritte unternahm, eine eigene Partei zu gründen…“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1966, S. 36-37)

 

Einige Schreiber behaupten, dass die Mormonen wegen Verfolgung dazu getrieben wurden, in eine Richtung zu wählen. Dies ist vollständig falsch; die Nichtmormonen wurden gezwungen, wegen des Versuchs der Kirche, das frühe Utah zu kontrollieren, die Liberale Partei zu bilden. Der Mormonenschreiber Klaus J. Hansen erklärt: „Wegen des Nichtvorhandensein von Konflikten, so lautet das Argument, wären die mormonischen Institutionen ebenso demokratisch wie die der Vereinigten Staaten selbst… Diese Erklärung ist aber zu einfach… Eine Untersuchung der politischen Theorie vom Königreich Gottes offenbart, dass, Verfolgung oder keine Verfolgung, die Heiligen zur politischen Einheit verpflichtet waren.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Herbst 1966, S. 72)

Von der mormonischen Vorstellung „vom Königreich Gottes“ sprechend erklärt der Mormonenschreiber Hyrum L. Andrus: „Der Aufbau des Königreiches Gottes würde in seiner politischen Autorität ein mehrheitliches Zugeständnis vonseiten der Nichtheiligen der Letzten Tage erfordern, so dass sie den angemessenen PRIESTERTUMSRÄTEN IN ZION DIE MACHT zugestehen, MÄNNER mit der Zustimmung des Volkes IN REGIERUNGSÄMTER ZU ERNENNEN. Andererseits gab es bestimmte Vorteile, die die Nichtheiligen der Letzten Tage durch die Akzeptanz hätten erwarten können.“ (Joseph Smith and World Government, Seite 33)

Die frühen Mormonenführer schienen nicht verstehen zu können, warum die Heiden nicht bereit waren, ihre Regierung zu akzeptieren. Der Valley Tan druckte einen Auszug aus einer Predigt von Heber C. Kimball, einem Mitglied der Ersten Präsidentschaft, der folgende Aussagen enthält:

 

„Dann wird sich das amerikanische Volk vor den unabhängigen Heiligen von Deseret niederwerfen und um Nahrung und Schutz betteln; dann werden sich die Nationen der Erde vor unseren Propheten verbeugen…

Das ist, wofür die Bundesbeamten hierher geschickt wurden, um uns zu bedienen, unsere Diener zu sein, und wenn sie ihre Pflicht getan hätten, wären sie vor dieser Zeit in den Vierzigern wegen Verrats an Deseret gehängt worden – wegen Brechens der Gesetze dieses Territoriums. Wenn wir in die Staaten gehen, befolgen wir ihre Gesetze, und wenn sie hierher kommen, sollten sie unsere Gesetze befolgen. Sie sollten an die Wahlurnen gehen und für den Mann stimmen, den wir für das Amt auswählen wollen. Sie sollten sich wie Römer verhalten, wenn sie sich unter Römern befinden. Aber tun sie das? Nein, sie sind Verräter an Deseret.“ (The Valley Tan, 14. September 1859, Seite 2)

 

Die Liberale Partei, die gebildet wurde, um die Vorherrschaft der Mormonenkirche in der Politik zu bekämpfen, hatte es erst sehr schwer. Sogar der Mormonenhistoriker B. H. Roberts musste zugeben, dass die Liberale Partei ungerecht behandelt wurde (siehe Comprehensive History of the Church, Bd. 5, S. 307-309)

Stanley S. Ivins gibt folgende Information in Bezug auf die politische Situation in Utah gegen Ende des 19. Jahrhunderts: „Angesichts der wachsenden Stärke der Liberalen Partei und der Tatsache, dass unter der bestehenden politischen Spaltung, Mormonen gegen Heiden, die Aussicht auf eine Anerkennung Utahs als Staat sehr trüb war, entschied jemand, dass es Zeit für eine Änderung war. Im Frühjahr 1891 wurde also die People’s Party aufgelöst, den Mormonen wurde geraten, sich auf nationale Parteilinien aufzuteilen, und es wurden örtliche republikanische und demokratische Organisationen gebildet. An der Oberfläche ließ diese Aktion den Eindruck entstehen, dass die Kirche aus der Politik ausstieg.“ (The Moses Thatcher Case, Seite 4)

J. D. Williams gibt folgende interessante Information: „Dann kam die dramatische, jetzt lustige Folge von Ereignissen, in der die Theokratie als Hebamme für die Geburt der Demokratie in Utah diente. Irgendwann im Jahr 1891 (Tag ist nicht sicher bekannt) trat auf einer Versammlung der Führer der People’s Party (die Kirchenpartei) der Erste Ratgeber der Kirchenpräsidentschaft, George Q. Cannon, in Erscheinung. Präsident Cannon informierte die Parteibeamten, dass die Erste Präsidentschaft der Kirche wünschte, dass die bestehenden Parteien verschrottet und stattdessen die nationalen Parteien eingerichtet werden sollten. Er warnte dann, dass die alte religiöse Kriegsführung unter neuen Etiketten verewigt werden würde, falls die gesamte People’s Party Demokraten und die Liberalen Republikaner werden würden.

Somit ging die Nachricht aus dieser Versammlung hinaus, dass Mormonen sich beiden nationalen Parteien anschließen sollten. Und während die Nachricht die Hierarchie hinunterwanderte, gaben einige phantasievolle Bischöfe auf Gemeindeebene dem Rat eine ‚praktische Übersetzung’: Sie standen vorne im Gang der Kapelle und zeigten an, dass die Heiligen auf einer Seite (sollen wir ‚rechts’ sagen?) Republikaner und die auf der anderen Seite (links?) Demokraten werden sollten.

Die People’s Party löste sich 1891 auf, so wie Präsident Cannon es gefordert hatte und die Liberale Partei tat im Dezember 1893 dasselbe.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1966, S. 37-38)

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