Einheit von Kirche und Staat

Einheit von Kirche und Staat

 

In Utah legte die Mormonenkirche den Gedanken, dass Kirche und Staat getrennt sein sollten, vollkommen beiseite. John Taylor, der der dritte Präsident der Mormonenkirche wurde, machte folgende Aussagen:

 

„Sollte das Königreich, von dem die Propheten sprachen, das in der letzten Zeit aufgerichtet werden sollte, eine Kirche werden? Ja. Und ein Staat? Ja, es sollte Staat und Kirche werden, um sowohl ZEITLICH ALS AUCH GEISTIG zu regieren.“ (Journal of Discourses, Bd. 6, Seite 24)

 

„Wir machten gewöhnlich einen Unterschied zwischen Kirche und Staat, ABER ALLES IST JETZT EINS. Gott sei Dank, wir haben nicht mehr Zeitliches und Geistiges!“ (Ebenda, Bd. 5, S. 266)

 

Der Mormonenapostel Orson Pratt bemerkte einmal: „Wir haben eine GEISTLICHE KIRCHE und einen GEISTLICHEN STAAT.“ (Journal of Discourses, Bd. 8, S. 105)

Brigham Young wurde Gouverneur des Utah-Territoriums und Heber C. Kimball prahlte, dass alle Mitglieder der Gesetzgebenden Körperschaft das Priestertum tragen: „Es ist die beste Gesetzgebende Körperschaft, die es auf Erden gibt, weil sie das Priestertum tragen, und dort gibt es nur solche, die es tragen – die führenden Männer Israels.“ (Journal of Discourses, Bd. 6, Seite 129) Klaus J. Hansen sagt, dass „Mormonen Juristen mit Misstrauen betrachten. Niemand von den juristischen Beamten des Staates Deseret, zum Beispiel, hatte irgendeine legale Ausbildung.“ (Quest For Empire, S. 200, Anm. 85) Obwohl Heber C. Kimball nicht qualifiziert war, zögerte der Rat der Fünfzig nicht, ihn als Hauptrichter zu bestimmen. In einer Rede von 1857 erklärte Kimball: „…dieses Volk bestimmte mich vor einiger Zeit zum Hauptrichter des Staates Deseret… Ihr berieft mich auch zum Vize-Gouverneur; ich habe euch immer gesagt, dass ich Vize-Gouverneur werden würde. Dies ist eine Wahlrede!

Wir werden von jetzt an unseren eigenen Gouverneur haben. Brigham Young war damals unser Gouverneur, Heber C. Kimball war Hauptrichter und Vize-Gouverneur. Ich war damals ein großer Mann; ich fühlte mich ebenso groß wie Bruder Morley in der Gesetzgebenden Körperschaft. Tatsache ist, dass er ihr Geschwätz nicht versteht; versteht er es doch, dann versteht er mehr als ich.“ (Journal of Discourses, Bd. 5, S. 160-162)

Der Mormonenschreiber Klaus J. Hansen gibt offen zu: „Das Priestertum, das die Kirche kontrollierte, kontrollierte auch den Staat.“ (Quest For Empire, Seite 36) Der Historiker Bancroft bemerkte: „Die Geschichte Utahs ist die Geschichte des Mormonenpriestertums beim Versuch, den Staat der Kirche unterzuordnen und die Autorität des Priestertums über die Regierung der Vereinigten Staaten zu stellen.“ (History of Utah, Seite 375)

Klaus J. Hansen zeigt, dass die Kirche sehr intensiv versuchte, das frühe Utah durch den Rat der Fünfzig zu kontrollieren:

 

„…selbst die erste Regierung im Salzseetal, am 3. Oktober 1847 gegründet, spiegelte die Theorie des politischen Königreiches Gottes wieder, wie die Mitglieder des Rates der Fünfzig es verstanden. John Smith, der Präsident des ‚städtischen Hohen Rates’ im Tal, war ein prominentes Mitglied dieses Rates… zum Herbst 1848 wussten die Mormonen, dass ihr Territorium von den Vereinigten Staaten annektiert worden war. Dies hatte zum Ergebnis, dass der Aufbau des ‚Königreich Gottes und Seiner Gesetze’ in einer unabhängigen Regierung nicht ausführbar oder gar unmöglich geworden war. Die Heiligen hatten kaum eine andere Wahl, als den Anschluss an die Vereinigten Staaten zu suchen.

„Am 9. Dezember 1848 traf sich der Rat der Fünfzig im Haus von Heber C. Kimball, um über die Ratsamkeit eines Gesuches beim Kongress um eine territoriale Regierung nachzudenken… Was nicht überraschte, alle Beamte der vorgeschlagenen Regierung waren Mitglieder des Rates der Fünfzig mit Brigham Young als Gouverneur… die Tatsache ist, dass die Heiligen genau deswegen nach Westen ausgewandert waren, um ihre eigene Regierung aufzurichten…

Der Rat der Fünfzig gründete offensichtlich den Staat Deseret, um so viele Ideale des politischen Königreiches Gottes wie möglich vor dem Anschluss an die Vereinigten Staaten zu verwirklichen…

Der Rat der Fünfzig leistete, während er den Staat Deseret erschuf, Lippendienst der Lehre von der Souveränität des Volkes und den demokratischen Praktiken einer verfassungsgemäßen Versammlung und freien Wahlen gegenüber. Aber eigentlich wurde die neue Regierung durch die höchst zentralisierte und unumschränkte Kontrolle ihrer eigenen Organisation geformt. Bezeichnenderweise waren alle Beamte der verfassungsmäßigen Versammlung und alle Mitglieder der verschiedenen Komitees, die die Verfassung entwarfen, Mitglieder des Rates… Bei der Wahl am 12. März wurde mit 655 Stimmen für staatliche Beamte abgestimmt, aber bis dahin ist kein Bericht über eine Wahl für die Gesetzgebende Körperschaft gefunden worden. In der Tat ist es ziemlich wahrscheinlich, dass keine Wahl stattgefunden hatte. Hosea Stout berichtete in seinem Tagebuch, dass er verblüfft darüber war, durch welche Prozedur er sein Mandat wohl erhalten hatte. Im Hinblick auf die Umstände ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass der Rat der Fünfzig die Versammlung von Hand ausgelesen hatte. Die exekutiven und juristischen Zweige der neuen Regierung wurden völlig von Mitgliedern des Rates der Fünfzig ausgefüllt… eine Kombination von Tatsachen scheint zu zeigen, dass die vorläufigen Gerichtshöfe als erweiterte Arme des Rates handelten und die Gesetze des Königreiches Gottes auf lokaler Ebene anwendeten… Da der Rat der Fünfzig sowohl die exekutiven als auch die gesetzgebenden Zweige der Regierung kontrollierte, konnten die Führer des politischen Königreiches Gottes durch die vorläufigen Gerichtshöfe die Verwaltung der Grafschaften beeinflussen…

Als Brigham Young und der Rat der Fünfzig Schritte einleiteten, um entweder einen territorialen Status zu erwerben oder ein Staat der Union zu werden, taten sie es nicht, weil sie die Vereinigten Staaten liebten, sondern weil sie keine Wahl hatten. Ein Versagen bei der Einleitung der Schritte hätte ohne Zweifel in Washington Verdacht aufkommen lassen… Der Rat der Fünfzig offenbarte durch seine Aktionen, dass er hoffte, so viel Kontrolle wie möglich aufrecht zu erhalten, während er den Anschein gab, mit der Regierung der Vereinigten Staaten voll zu kooperieren… Hätte Deseret die Anerkennung als Staat erreicht, wäre die politische Kontrolle des Rates der Fünfzig mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit mit wenig Einmischung von Außen fortgesetzt worden. Frank Cannons Behauptung, dass die Mormonen versuchten, die Aufnahme in die Union zu erlangen, um ihrer Autorität zu entkommen, so paradox dies klingen mag, ist somit grundsätzlich richtig.“ (Quest For Empire, S. 123, 124, 126, 127, 128, 130, 131, 132, 134 und 135)

 

Dies sind sehr offenbarende Aussagen, die von einem Mormonenschreiber kommen, der eine Menge Nachforschung an der Brigham-Young-Universität anstellte.

Die Beweise, die wir präsentiert haben, zeigen deutlich, dass Brigham Young sich selbst als KÖNIG sah und dass das frühe Utah von Young und seinem „Rat der FÜNFZIG FÜRSTEN DES KÖNIGREICHES“ kontrolliert wurde. Der Antimormonische Schreiber J. H. Beadle machte folgende Bemerkung: „Somit ist es die Einheit von Kirche und Staat, oder eher die absolute Unterwürfigkeit des Staates der Kirche gegenüber, wobei die letztere nur die äußerliche Organisation benutzte, um die schon im geheimen Rat beschlossenen Erlasse wirksam werden zu lassen, was den Mormonismus zu unserem Feind macht… Kurz gesagt – es sind nicht die sozialen, unmoralischen oder polygamistischen Besonderheiten, die uns hauptsächlich Sorgen machen, sondern die feindseligen, die verräterischen und meuterischen.“ (Life in Utah; or, The Mysteries and Crimes of Mormonism, 1870, S. 400-401)

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