37. Verschiedenes - Geschichtliches und Lehren

Kapitel 37

 

Verschiedenes - Geschichtliches und Lehren

 

aus „Mormonism – Shadow or Reality“ von Jerald und Sandra Tanner

übersetzt von Manfred Trzoska

 

In diesem Kapitel werden wir einige Lehren und andere Dinge behandeln, die im übrigen Buch nicht erwähnt werden.

 

 

Geburtenkontrolle

 

Wir haben zuvor schon gezeigt, dass die Mormonenkirche lehrt, dass alle Menschen vorher als Geister existierten, bevor sie im Fleisch geboren wurden. Weil viele Kinder Gottes immer noch darauf „warten, Körper annehmen zu können“, lehren die Mormonenführer, dass Mormonen große Familien haben sollten und das Geburtenkontrolle von Übel ist. Brigham Young, der zweite Präsident der Kirche, sagte, dass „es Scharen von reinen und heiligen Geistern gibt, die darauf warten, einen Körper annehmen zu können. Was ist nun eure Pflicht? - Für sie Körper zu bereiten; einen Kurs einzuschlagen, der nicht dazu neigt, diese Geister in die Familien der Bösen zu treiben... Es ist die Pflicht eines jeden rechtschaffenen Mannes und jeder rechtschaffenen Frau, so viele Körper für all die Geister zu bereiten, wie sie schaffen können...“ (Journal of Discourses, Bd. 4, S. 56)

 

Joseph Fielding Smith, der zehnte Präsident der Mormonenkirche, machte folgende Aussage:

 

GEBURTENKONTROLLE IST BOSHEIT. Der Missbrauch dieses heiligen Bundes ist die hauptsächliche Ursache für den Niedergang von Nationen gewesen...

Wenn ein Mann oder eine Frau verheiratet sind und sie sich einigen oder geloben, ihre Nachkommenschaft auf zwei oder drei zu beschränken, und Kunstgriffe praktizieren, um diesen Zweck zu erfüllen, sind sie der Sünde schuldig, die schließlich bestraft werden muss. Unglücklicherweise ist diese üble Lehre als eine Tugend von vielen Menschen gelehrt worden, die sich für kultiviert und höchst gebildet halten...

Man sollte definitiv verstehen, dass diese Art Lehre nicht nur von der Kirche nicht befürwortet wird, sondern sie VERDAMMT sie als BOSHEIT in den Augen des Herrn.

Präsident Joseph F. Smith hat in Bezug auf diese Frage gesagt: '...es kann wahrscheinlich keine GRÖSSERE SÜNDE von Menschen begangen werden, die dieses Evangelium angenommen haben, als Leben, wie angedeutet, zu verhindern oder zu vernichten.'... Präsident Brigham Young hat folgendes über Geburtenkontrolle zu sagen, ein Gräuel, das von so genannten zivilisierten Nationen praktiziert wird, aber Nationen, die die Wege des Lebens verlassen haben:

'Es gibt Scharen von reinen und heiligen Geistern, die warten, Körper annehmen zu können. Nun, was ist eure Pflicht?... Es ist die Pflicht jedes rechtschaffenen Mannes und jeder rechtschaffenen Frau, Körper für alle Geister zu bereiten, für die sie es schaffen können.'

...Mehr noch, können wir nicht unsere eigene Erlösung verlieren, wenn wir dieses göttliche Gesetz übertreten?

GEBURTENKONTROLLE FÜHRT ZUR VERDAMMNIS. Als er die Mütter der Kirche unterwies, sagte Joseph F. Smith im Juni 1917: 'Ich bedaure es, ich denke es ist ein schreiendes ÜBEL, dass es unter den Mitgliedern der Kirche eine Ansicht oder ein Gefühl geben soll, die Geburt ihrer Kinder zu beschränken. Ich denke, es ist ein VERBRECHEN, wo immer es auftaucht... Ich zögere nicht zu sagen, dass ich glaube, dass es eines der größten VERBRECHEN der heutigen Welt ist, diese ÜBLE PRAKTIK.'“ (Doctrines of Salvation, Bd. 2, S. 87-89, 1960er-Ausgabe)

 

Folgendes erschien am 2. Mai 1970 im Kirchenteil der Deseret News:

 

Man hofft ernsthaft, dass Heilige der Letzten Tage nicht von lächerlicher Philosophie, die jetzt weithin verfochten wird, dass Familien auf ein oder höchstens zwei Kinder beschränkt werden sollen, fehlgeleitet werden...

Die Lehre von ein oder zwei Kindern für die Familie STEHT IM WIDERSPRUCH ZU DEN OFFENBARTEN ANWEISUNGEN GOTTES...

Die 'Bevölkerungsexplosionisten' führen die Nation und die Welt in die Irre und wir sollten uns von ihnen nicht täuschen lassen.

...es ist Gott, der bestimmt, wie viele Geister in diese Welt geboren werden, und jeder von ihnen ist Sein eigenes Kind im Geist...

Gott hat uns geboten, 'uns zu mehren und die Erde zu füllen'. Zu keiner Zeit hat er dieses Gesetz aufgehoben.

...sollen wir auch glauben, dass Er so blind und gedankenlos ist, dass er diese Erde überbevölkern wird? Wo ist unser Glauben?

Haben nicht die Propheten der Kirche von Anfang unserer Geschichte an gelehrt, dass man große Familien wünschen sollte? Sollen wir sie zurückweisen?...

Die Größe der Familien einzuschränken, bedeutet Empfängnisverhütung? Hat irgendjemand sie eins oder zwei pro Familie vertreten gehört? Hat irgendjemand sie den Gebrauch der 'Pille' willkommen heißen gehört -...

...Diese Erde wird nicht lang genug in ihrem gegenwärtigen Zustand überleben, so dass sie überbevölkert werden würde und wir alle verhungern würden...

Es sind Seine Propheten, auf die wir schauen sollten – nicht auf die ungläubigen 'Bevölkerungsexplosionisten' mit ihren unbedeutenden mathematischen Berechnungen, die keine Bedeutung haben werden, da die Gerichte Gottes über diese gefallene Welt kommen wird.“ (Deseret News, Kirchenteil, 2. Mai 1970, S. 16)

 

Die Lehre, dass viele Geister auf Körper warten und dass Mormonen große Familien haben sollten, hat für gläubige Mormonen einige Probleme verursacht. Laurel Thatcher Ulrich erklärte:

 

Es ist in diesen Tagen nicht leicht eine mormonische Mutter von Vieren zu sein. In der Universitätsstadt, in der ich wohne, wird Fruchtbarkeit toleriert, aber nicht dazu ermuntert...

Blättere ich in einem Frauenmagazin, so wird mir gesagt, dass der verantwortungsvollste Schritt, den ich unternehmen kann, der ist, die Größe meiner Familie zu beschränken... Blättere ich im Ensign, so werde ich vor den traurigen Folgen gewarnt, sollte ich 'den Weg des Lebens verbauen, über den neue Geister gehen müssen, um in einen sterblichen Körper einzutreten'. Deutlich heißt es, dass das Verhindern eines fünften Kindes sündhaft wäre.

Ich habe offensichtlich zwei Entscheidungsmöglichkeiten. Ich kann selbstsüchtig noch mehr von den seltenen Resourcen der Erde verschlingen, indem ich ein weiteres Kind habe, während ich weiß, dass in der Zeit, die nötig ist, um diese Worte zu lesen, vier Kinder an Hunger gestorben sein werden; oder ich weigere mich selbstsüchtig, weitere Kinder zu gebären, während ich weiß, dass es Geister gibt, die im Vorherdasein danach schmachten, in die Sterblichkeit einzutreten...

Während die 'Anti-Explosionisten' argumentieren, dass die US-Wachstumsrate, 17,6 Geburten auf 9,6 Todesfälle pro Tausend, nicht übermäßig ist und gemeistert werden kann, was würden sie über die mormonische Leistung sagen – 28,42 Geburten auf 4,78 Todesfälle pro Tausend -, was uns einen Bevölkerungszuwachs bringt, der mit den meisten Teilen Asiens gleichkommt und nur wenige Prozentpunkte unter Afrika und Lateinamerika liegt, eine Wachstumsrate, die, wenn sie weltweit zutreffen würde, nur in einem Desaster enden könnte?

...die Erste Präsidentschaft hat in einer unterzeichneten Erklärung von 14. April 1969 die Heiligen der Letzten Tage gedrängt, ihre Familien nicht einzuschränken. Man könnte annehmen, dass es in den Augen des Herrn kein Bevölkerungsproblem gibt...

...die Erste Präsidentschaft wandte sich durch ihre Bischöfe an die Heiligen der Letzten Tage, nicht an die Welt im Allgemeinen. Anders als die katholische Hierarchie haben unsere Führer keinen Versuch unternommen, gegen die Kontrolle der Weltbevölkerung anzukämpfen; sie haben sie einfach ignoriert und ihre Verkündungen an ihr eigenes Volk gerichtet.

Für eine abgehärmte Mutter von Vieren, die im Missionsfeld flügge werden, erscheint der Grund offensichtlich. Während es ohne Frage zu viele Inder in Indien und zu viele Pendler auf der Boston-Route 128 gibt, gibt es einfach nicht genug Mormonen... Dies erklärt, warum es nicht genügt, Babys zu haben. Wir müssen andere Menschen überreden, damit aufzuhören... Eine beständige Bekehrtenrate und ein beständiges natürliches Wachstum angenommen, könnte es in vierzig Jahren dreiundzwanzig Millionen Mormonen geben. In nur neunzig Jahren könnten wir 300 Millionen zählen...

Werde ich mehr Kinder haben? Es könnte sein. Jedoch gerade jetzt scheint Vier eine nette, unabhängige Zahl zu sein – sogar zweifach zu viel für ein Nullwachstum der Bevölkerung und nur halb so viel, um eine Reihe in der Abendmahlsversammlung zu füllen. Wenn ich alle Dinge in Betracht ziehe, so denke ich, kann ich mich da, wo ich jetzt stehe, behaglich fühlen, so lange Mormonen weiterhin Babies haben und der Rest des Landes damit aufhört.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1971, S. 41-45)

 

Die Mormonenführer lehren, dass die Glaubenstreuen weiterhin in alle Ewigkeit Kinder haben werden. Brigham Young erklärte: „Viele Schwestern sind bekümmert, weil sie nicht mit Nachkommen gesegnet sind. Ihr werdet die Zeit sehen, wann ihr MILLIONEN KINDER um euch haben werdet. Wenn ihr euren Bündnissen treu seid, werdet ihr Mütter von Nationen sein.“ (Wie in Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1971, S. 14, zitiert)


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