NUR EINE ANGEMESSENE VERGÃ�TUNG FÃ�R DEN LEBENSUNTERHALT��?

NUR EINE „ANGEMESSENE VERGÜTUNG FÜR DEN LEBENSUNTERHALT“? Auf Seite 525 dieses Buches zeigten wir auf, dass „sich die Generalautoritäten der Kirche neben dem Erhalt von einem regulären Gehalt und anderen Vergünstigungen von der Kirche als Chefs der verschiedenen Geschäftsunternehmen, die der Kirche gehören, einsetzen“. Als Apostel Mark E. Petersen gefragt wurde, ob es wahr wäre, dass die Generalautoritäten „ein sehr gutes Gehalt bekommen“, antwortete er:

 

Sie fragen, ob wir 'ein sehr gutes Gehalt bekommen'. Wir bekommen ÜBERHAUPT KEIN GEHALT. Diejenigen von uns, die nicht unsere privaten Geschäfte führen, erhalten eine angemessene Vergütung für den Lebensunterhalt, in vielen Fällen nicht mehr als die Hälfte, die wir vielen unserer Angestellten zahlen... Ich bekomme eine kleine Lebensunterhaltszahlung, nur ein Bruchteil der Menge, die einigen unserer angestellten Helfer bezahlt wird.“ (Brief von Apostel Mark E. Petersen vom 17. Juni 1977)

 

Während wir keinen Weg kennen, etwas über Mark E. Petersens Finanzen zu erfahren, sind neue Beweise ans Licht gekommen, die zeigen, dass die letzten zwei Präsidenten der Kirche (Joseph Fielding Smith und Harold B. Lee) zum Zeitpunkt ihres Todes sehr reich waren. Während er im New West schrieb, offenbarte Jeffrey Kaye:

 

...trotz der Behauptungen, dass einigen bezahlten Beamten nur ein 'Lebensunterhalt' bezahlt wird, zeigen Berichte, dass vergangene Kirchenführer zum Zeitpunkt ihres Todes nicht einfach nur 'durchkamen'.

Zum Beispiel hinterließ Harold B. Lee, Oberhaupt der Kirche vor Spencer W. Kimball, einen Vermögenswert von ungefähr $771.000, als er im Dezember 1973 starb. Zum Zeitpunkt seines Todes bezog er Lohnlisten-Schecks von der Kirche, einer kircheneigenen Versicherungsgesellschaft und einer kirchenkontrollierten Kaufhauskette. Gemäß Testamentsbestätigungen der Salt-Lake-Grafschaft hinterließ Lees Vorgänger, Joseph Fielding Smith, ein Utah-Grundstück von einem Wert von fast $1 Million, als er 1972 starb.“ (New West, 8. Mai 1978, Seite 39)

 

Der Mormonengelehrte D. Michael Quinn hat einige sehr interessante Forschungen in Bezug auf den Reichtum der Generalautoritäten angestellt. In seiner unveröffentlichten Doktorarbeit für die Yale-Universität schrieb er:

 

...Vermögensverwalter George Q. Cannon berichtete in seinem Tagebuch, dass Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel Youngs freizügigen Gebrauch der Kirchenfonds kritisch gegenüber standen (obgleich einiges davon für Kirchenprojekte benutzt worden sein mag):

Einige meiner Brüder, wie ich seit dem Tod Präsident Brigham Youngs erfahren habe, hegten Gefühle gegen seinen Kurs. Sie billigten ihn nicht und fühlten Widerwillen und dennoch wagten sie es nicht, ihre Gefühle ihm gegenüber offen zu legen; er regierte mit einer solch starken und steifen Hand, und sie hatten das Gefühl, dass es nichts nützen würde. In wenigen Worten - es schien das Gefühl zu sein, dass er die Grenzen der Vollmacht überschritt, die er rechtmäßig innehatte. Ich bin sehr überrascht gewesen, so viel Unzufriedenheit in solchen Kreisen vorzufinden. Man hat das Gefühl, dass die Fonds der Kirche mit einer Freiheit verwendet worden sind, die die Vollmacht, die er hielt, nicht gewährte...

Das Gefühl führte schließlich am 4. Januar 1882 zu einem Beschluss des Kollegiums der Zwölf Apostel, das in der Abwesenheit einer organisierten Ersten Präsidentschaft regierte, ein festgelegtes Gehalt für jeden einzurichten, weil sie nicht zulassen wollten, dass 'jemand in der Kirche, Präsident oder Apostel, ohne Einschränkung von der Kirche Geldmittel für den eigenen Gebrauch oder für andere Zwecke abzweigt.'

Obwohl dieser Beschluss mit Offenbarungen übereinstimmte, die für die finanzielle Unterstützung der Hierarchie sorgten, forderte sie nichtsdestoweniger eine starke Antipathie gegen bezahlte Geistlichkeit heraus, was auf Joseph Smiths Ära zurückgeht... 'Käuflicher Priester' war ein Beiname der Mormonen, der oft gegen die Geistlichen des übrigen Christentums geschleudert wurde, und es war eine Bezeichnung, die die Generalautoritäten zögerlich auf sich anwenden lassen wollten...

Trotz des Unbehagens vieler Generalautoritäten bestand ein Gehalts- oder Unterhaltssystem ohne bezeichnende Unterbrechung von 1882 an fort...

Eine weitere Quelle für persönliches Einkommen für die Hierarchie entsprang aus der Führerschaft der Generalautoritäten über geschäftliche Korporationen. Es ist beobachtet worden, dass Männer während der Brigham-Young-Periode keine finanzielle Entlohnung für den Dienst als Beamte und Direktoren von kirchlichen, geschäftlichen Korporationen bekamen. Als aber die Bundeskampagne die mormonische politische Vorherrschaft vernichtete, wurde es für Generalautoritäten üblicher, für ihre Dienste für kircheneigene, kirchenkontrollierte oder angegliederte Geschäftsunternehmen bezahlt zu werden. Mit dem zwanzigsten Jahrhundert wurde die finanzielle Entlohnung für Generalautoritäten, die als Beamte und Direktoren in solchen Firmen dienten, allgemeine Politik...

Die beste Illustration für die geschäftliche Seite der Finanzen der Generalautoritäten ist George Albert Smith, ein Apostel von 1903 bis 1945 und Präsident der Kirche von da an bis zu seinem Tod im Jahre 1951. Als Mitglied des Kollegiums der Zwölf war er 1915 zum Beispiel ein Direktor von drei kirchlichen Unternehmen (Utah Savings and Trust Company, Utah Home Fire Insurance Company und ZCMI), wofür er einen Gesamtbetrag von $1.260 an Direktorengehalt aus seinem jährlichen Einkommen von $5,088 erhielt. Seine Lebensunterhaltszahlung von der Kirche betrug in jenem Jahr $1.800. Dieselbe allgemeine Proportion setzte sich während seines Dienstes als Apostel fort, aber im ersten Jahr seines Dienstes als Präsident der Kirche, sprang sein Einkommen um mehr als 500% in die Höhe. Dieses Anwachsen war ein direktes Ergebnis von George Albert Smiths plötzlicher Beförderung in geschäftliche Positionen, die Funktionen seiner neuen Rolle als Präsident der Kirche waren. Eine nicht datierte Aussage zeigt, dass George Albert Smiths monatliches Einkommen als Präsident der Kirche von $2.307,85 aus folgenden Quellen stammte:

Vergütung als Generalautorität $650,00

Utah State National Bank $225,00

Zions Savings Bank $150,00

U-I Sugar Company $307,85

Beneficial Life Insurance Co. $300,00

Heber J. Grant & Company $150,00

Utah Home Fire Insurance Co. $200,00

Hotel Utah Company $75,00

ZCMI $250,00

 

Da die Korporationsführung in kirchlichen Geschäftsunternehmen durch Generalautoritäten eine Funktion in der Position in der Hierarchie war, waren die Gelegenheiten für finanzielle Verbesserung für den Präsidenten der Kirche die höchsten und nahmen nach unten gestaffelt ab.

Eine weniger geschichtete und weniger formale Quelle des Einkommens, wurde den Generalautoritäten zugänglich, weil ihre Positionen in der Hierarchie ihnen einen Status des Vertrauens in der Gemeinschaft der Mormonen gaben. Viele Geschäfte, die nicht von der Kirche kontrolliert wurden, schienen wegen des Ansehens, die diese Männer den Organisationen verliehen, Generalautoritäten in die Aufsichtsräte zu nehmen, weniger wegen der Menge an Anteilen, die der Mann oder sein geschäftlicher Scharfsinn hielt. Eine weitere Einkommensquelle, die der Position einer Generalautorität als lehremäßige und kirchliche Experten innerhalb des Mormonismus entsprang... Nicht alle Generalautoritäten, die publizierten, suchten oder erhielten finanzielle Entlohnung für ihr Schreiben, aber für diejenigen, die es taten, konnte das Einkommen wesentlich sein. Als Joseph Fielding Smith nach einer Karriere als Publizist, die sogar vor seiner Berufung zum Apostel im Jahre 1910 begann, starb, waren seine nicht eingesammelten Tantiemen (offensichtlich für einen Zeitraum von sechs Monaten) $9.636,48. Verhältnismäßig wenige der Generalautoritäten erhielten diese indirekten Vorteile, aber die Mitgliedschaft in der Mormonenhierarchie machte solche Gelegenheiten möglich.“ („The Mormon Hierachy, 1832-1932: An American Elite“, unveröffentlichte Doktorarbeit, Yale University, Mai 1976, S. 127-133)

 

Auf Seite 149 derselben Dissertation offenbart Dr. Quinn:

 

Obwohl es jetzt erwiesen ist, dass extremer Wohlstand für Präsidenten der Kirche fast unumstößlich war, gab es immer noch Rangunterschiede. Der größte Wohlstand in der Periode von 1914-1972 konzentrierte sich in einer Vater/Sohn-Kombination direkter Nachkommen der mormonischen Gründerfamilie der Smiths. Joseph F. Smith (1918) starb mit einem Nettowert von $145.180 Dollar und in Anbetracht des schrumpfenden Dollars im Laufe des Jahrhunderts war sein Reichtum verhältnismäßig größer als der seines Sohnes Joseph Fielding Smiths (1972), das sich auf $509.030 (an Barvermögen) belief. Zieht man in Betracht, dass beide Männer in kirchlichen Positionen angestellt waren, als sie in die Hierarchie im Alter von jeweils sechsundzwanzig und dreiunddreißig Jahren eintraten, so war ihr Reichwerden untrennbar mit den Gelegenheiten verbunden, die ihnen durch ihre Positionen in der Hierarchie gegeben wurden.“

 

In einer Fußnote unten auf derselben Seite informiert Quinn, dass „Joseph Fielding Smith insgesamt $210.000 in Bar während der zwei Jahre vor seinem Tod verschenkte, um die Erbschaftsteuerpflicht gegenüber dem damaligen Gesetz Utahs in Bezug auf Geschenke in Erwartung des Todes zu umgehen. Siehe seine Vermögensauflistung im Testamentsbestätigungsbüro des Sekretärs der Salt-Lake-Grafschaft“.

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